Sunday, July 02, 2006
Tuesday, June 27, 2006
Hairy (2003)
He’s finally home. Yet I can’t relax.
“You’re late tonight. Big night out?”
“Nah, nothing special. Just went for a beer with a couple of colleagues after work.”
But I wonder. He doesn’t have beer breath, and there is this long, blond hair on the sleeve of his jacket. My hair is short and black, though.
“You’re late tonight. Big night out?”
“Nah, nothing special. Just went for a beer with a couple of colleagues after work.”
But I wonder. He doesn’t have beer breath, and there is this long, blond hair on the sleeve of his jacket. My hair is short and black, though.
Sunday, May 28, 2006
Patience is a Virtue (2005-08-12)
How long 'til we arrive, she thought. She was on the verge of asking again when they would arrive. But she restrained herself, knowing that the question would only make him mad again.
The last time she had asked, about half an hour ago, he had almost shouted at her. "Patience is a virtue," he had growled and had taken the opportunity to lecture her on her many shortcomings. Listening to him, she wondered why he was with her at all. It did not sound as if he actually liked anything about her. He was right, she was a flawed person, but all these flaws made up a substantial part of who she was. If he did not like anything about her, how could he possibly like her, then?
He is mad at me for who I am, she thought. He would spent forever telling her how wrong she was. She realised that they had reached the end of the road. They would never arrive anywhere, not together.
The last time she had asked, about half an hour ago, he had almost shouted at her. "Patience is a virtue," he had growled and had taken the opportunity to lecture her on her many shortcomings. Listening to him, she wondered why he was with her at all. It did not sound as if he actually liked anything about her. He was right, she was a flawed person, but all these flaws made up a substantial part of who she was. If he did not like anything about her, how could he possibly like her, then?
He is mad at me for who I am, she thought. He would spent forever telling her how wrong she was. She realised that they had reached the end of the road. They would never arrive anywhere, not together.
Abwechslung (2003-02-09 - 7:38 p.m.)
Es gibt Tage, an denen geht es ihr besser. Dann kann sie sich ohne Hilfe aufrichten. Manchmal ist sie so stark, daß sie gehen kann. Lange kann sie sich nicht auf den Beinen halten, aber das Gefühl, sich alleine in der Rollstuhl setzen zu können, beschwingt sie.
Wenn das Wetter gut ist, gehen ihre Besucher mit ihr in den Park. Sie saugt den Wind und die Sonne in sich auf. Sie möchte noch einmal den Regen auf ihrer Haut spüren, aber niemand geht mit ihr bei schlechtem Wetter spazieren. Die Ärzte sagen, der Regen würde sie umbringen.
Sie denkt, das ist Schwachsinn. Der Krebs bringt sie um. Langsam, stückchenweise, ununterbrochen. Ihr Körper hat schon lange aufgehört, sich gegen die Vernichtung zu wehren.
Eine Lungenentzündung wäre immerhin eine Abwechslung.
Wenn das Wetter gut ist, gehen ihre Besucher mit ihr in den Park. Sie saugt den Wind und die Sonne in sich auf. Sie möchte noch einmal den Regen auf ihrer Haut spüren, aber niemand geht mit ihr bei schlechtem Wetter spazieren. Die Ärzte sagen, der Regen würde sie umbringen.
Sie denkt, das ist Schwachsinn. Der Krebs bringt sie um. Langsam, stückchenweise, ununterbrochen. Ihr Körper hat schon lange aufgehört, sich gegen die Vernichtung zu wehren.
Eine Lungenentzündung wäre immerhin eine Abwechslung.
Aufgelöst (2003)
Er verschwand von einem Tag auf den anderen, ohne ein Wort. Zu keinem von uns, seinen Freunden. Das waren wir doch, Freunde?
Anfangs fanden wir das nicht ungewöhnlich. Öfter war einer von uns plötzlich weg, nur um ein paar Tage später aufzutauchen, mit den unglaublichsten Geschichten im Gepäck.
Als er nach vierzehn Tagen nicht zurück war, wurden wir unruhig, fragten Familie und Bekannte. Niemand hatte ihn gesehen, keiner von ihm gehört. Alle dachten, wir wüßten Bescheid, aber wir wußten gar nichts. Hingen in der Luft, wurden zappelig, besorgt, hysterisch.
Nach sechs Wochen bekamen wir Angst, die Polizei machte uns keine Hoffnungen, verdächtigte uns aber. Wir waren schockiert, aber das waren wir schon vorher.
Seine Eltern lösten die Wohnung auf, wir halfen, nahmen Sachen mit, die den Eltern bedeutungslos vorkamen, uns aber als ein wichtiges Stück von ihm bekannt waren. Die Eltern kannten einen anderen Menschen als wir, wir fragten uns, ob wir ihn überhaupt gekannt hatten. Ob wir uns denn kannten?
Danach lösten wir uns auf. Langsam, automatisch, unweigerlich. Wir redeten nicht darüber, wir taten so, als ginge es weiter wie bisher, schwiegen das Thema tot. Doch wußten wir alle, daß es vorbei war, daß wir vorbei waren. Uns fehlte ein Teil, ohne ging es nicht weiter. Wir hatten zuviel Angst, daß es wieder passieren würde, daß wir
unaufhörlich schrumpfen würden. So drifteten wir auseinander, die Bindung wurde schwächer, sechs Monate nach seinem Verschwinden waren wir auch verschwunden.
Anfangs fanden wir das nicht ungewöhnlich. Öfter war einer von uns plötzlich weg, nur um ein paar Tage später aufzutauchen, mit den unglaublichsten Geschichten im Gepäck.
Als er nach vierzehn Tagen nicht zurück war, wurden wir unruhig, fragten Familie und Bekannte. Niemand hatte ihn gesehen, keiner von ihm gehört. Alle dachten, wir wüßten Bescheid, aber wir wußten gar nichts. Hingen in der Luft, wurden zappelig, besorgt, hysterisch.
Nach sechs Wochen bekamen wir Angst, die Polizei machte uns keine Hoffnungen, verdächtigte uns aber. Wir waren schockiert, aber das waren wir schon vorher.
Seine Eltern lösten die Wohnung auf, wir halfen, nahmen Sachen mit, die den Eltern bedeutungslos vorkamen, uns aber als ein wichtiges Stück von ihm bekannt waren. Die Eltern kannten einen anderen Menschen als wir, wir fragten uns, ob wir ihn überhaupt gekannt hatten. Ob wir uns denn kannten?
Danach lösten wir uns auf. Langsam, automatisch, unweigerlich. Wir redeten nicht darüber, wir taten so, als ginge es weiter wie bisher, schwiegen das Thema tot. Doch wußten wir alle, daß es vorbei war, daß wir vorbei waren. Uns fehlte ein Teil, ohne ging es nicht weiter. Wir hatten zuviel Angst, daß es wieder passieren würde, daß wir
unaufhörlich schrumpfen würden. So drifteten wir auseinander, die Bindung wurde schwächer, sechs Monate nach seinem Verschwinden waren wir auch verschwunden.
Willkommen im Sonyaverse / Welcome to Sonyaverse
Ich habe in den vergangenen fünf, sechs Jahren massenweise Texte produziert und zum Teil online veröffentlicht und dann wieder aus dem Netz genommen. Hier will ich einige davon jetzt wiederveröffentlichen.
In the past five or six years, I've produced a lot of text, some of which I published online and took them offline some time later. Here I want to republish some of these texts now. The majority of them will probably be in German, but I've written in English, too, so there's a chance some of these texts will end up here.
In the past five or six years, I've produced a lot of text, some of which I published online and took them offline some time later. Here I want to republish some of these texts now. The majority of them will probably be in German, but I've written in English, too, so there's a chance some of these texts will end up here.

